Ich habe eine gewisse Wirkung auf Männer, warum weiss ich nicht! Alles begann mit meiner Reise durchs Leben. Als ich 16 war erlebte ich zweieinhalb Jahre mit meiner Jugendliebe die Mystik meines Körpers und lernte die Liebe zu leben. Die ersten erotischen Erfahrungen die wir vollends genossen. Jedoch als dieses ein unglückliches Ende nahm begann ich mich via der Moderne auf die Suche, doch was ich wirklich suchte wusste ich nicht. Ich lernte einen Augenarzt aus der Mitte des Landes kennen. Unschuldig und naiv begab ich mich in mein Abendteuer. Ich war damals 19, kein Führerschein, noch in der Ausbildung zur Arzthelferin und mitten auf dem Dorf, keine Ahnung vom Leben in der Stadt und was Niveau ist wusste ich auch nicht. Ich war zu Hause immer das Püppchen, in der Hoffnung irgendwann einen passenden Mann zu finden, Kinder zu bekommen und ein Leben seines Gleichen zu führen. Doch es sollte alles anders werden. Unser erstes Date, nach der Trennung meiner Jugendliebe lebte ich wieder in meinem Elternhaus und verabredete mich auch dort. Es klingelte an der Tür, ich sah durch die altdeutschen Glasfenster der noch älteren Tür den Umriss eines Mann der groß gewachsen, schlank und durchaus anmutig geformt war. Ich öffnete, dann ein Lächeln, es erschlug mich in meinem mädchenhaften Verhalten. Heiner. Da war er nun, ich brachte vorerst kein Wort hinaus. Ich glaube sogar gestottert zu haben. Er lächelte mich mit einer Wucht an die kaum in Worte zu fassen war. Wir gingen ins Wohnzimmer, liesen uns auf dem grauen Mohair Sofa nieder und fanden schnell eine gemeinsame Richtig der Konversation. Vorher telefonierten wir viel. Meine Handyrechnungen erwähne ich nur beiläufig, da sie meist mein komplettes Lehrgehalt verschlangen. Es war Abend geworden und ich zeigte ihm den Zirkuswagen, das Baby meiner Zwillingsschwester. Dieses Ungetüm stand mitten im verwunschenen Garten meiner Eltern. Mit einer kleinen Veranda machte es einen gemütlichen Eindruck, doch wenn man die Tür hinein öffnete, dann zeigte sich die pure Romantik, eine kleine schwarze Küchenhexe, dunkel gebeiztes Holz, ein dunkelbrauner Fußboden um ein großes Bett. Eine Höhle, mit all seinen ungewollten Gästen wie springende Spinnen und romantisches Kerzenlicht. Wir setzten uns auf das einlandene Bett und fingen an die Stimmung auf uns wirken zu lassen, wir schliefen miteinander. Mann Nummer zwei. Diese ganze Geschichte hielt ganze vier Monate in der Heiner mir sogar vorschlug mit Ihm eine Familie zu gründen, meine Ausbildung bei seinem Vater zu beenden um dann meinen Mann später in seiner Praxis zu unterstützen. Damals habe ich die Flucht ergriffen, das war zu viel, seinen Freunden gegenüber kam ich mir minderwertig vor, alle waren elf Jahre älter als ich, erfahrener, mit Bildung, mit Niveau , da war es. Was musste ich machen um anders sein. Ich las damals bei ihm seine Medizinbücher, ich besuchte ihn, er musste arbeiten und ich hatte Langeweile. Darauf hin fragte ich ihn vieles. Er sagte mir, dass ich ich Intelligent sei, echt ? Ich war erstaunt, zu Hause war ich immer das Dummchen, keiner erwartete von mir eine höhere Bildung, keiner traute es mir zu, ich mir selbst wohl aufgrund dessen auch nicht. Nun war ich entschlossen. Ich mache meine Ausbildung und dann mein Abitur, ich wollte Ärztin werden! Doch wie das Leben so spielt habe ich mich eher der Erotik gewidmet, statt des Lernens. An Weihnachten lernten Franzi und ich einen Millionär kennen, fuhren ihn besuchen und genossen das erste Mal ein Leben, wenn auch nur einen Abend, in purem Luxus kennen, wir schwammen in seinem Pool, gingen in die Sauna, tranken zu viel und flachsten herum. Es war wirklich ein unvergesslich schönes Erlebnis. Es verging die Zeit mit einem Mann der mich nachhaltig prägte, Abendschule, meiner ersten Großstadt und viel Verzweiflung. Und alles nur wegen meiner Telefonrechnung. Ich ging mit meiner Zwillingsschwester auf eine Line, erotische Telefonkontakte, Frauen telefonieren gratis, besser ging es gar nicht. Eigentlich suchte ich keinen Sex, ich wollte nur reden. Aber ich dachte nicht daran irgendwie gar nicht, ich brauchte Selbstwertgefühl. Also datete ich mich , mehr als ein Mal. Und jedes Mal vögelte ich , es war egal ob Single, verheiratet mit oder ohne Kinder, mir war's egal! Und so baute ich mir ein Selbstbewusstsein auf. Doch ich traf einen Mann der ganze 20 Jahre älter war, tja, auf alten Schiffen lernt man segeln, was ich ich damals nicht wusste war, dass ich auch Schiffbruch erleiden würde. Er ließ sich scheiden, er mietete uns eine schöne Wohnung, das beste war wohl, er hatte studiert, ich hatte viele Fragen, er sehr viele Antworteten, Dieter forderte mich, er lies mich Aufsätze über gelesene Bücher schreiben, er führte mich an die großartige Literatur der Jahrhunderte. Ich war begeistert, doch liebte ich ihn nicht, er war eher ein großartiger Freund der mir das Leben der Wissenschaft zeigte, wir hatten sogar getrennte Schlafzimmer. Eines Nachts schlich er sich in mein ZImmer, ich schlief, er kroch unter meine Decke, der berührte zart meine Brust, dann glitt er mit seiner Hand in meinen Schoß, doch im Schlaf drehte ich mich zur Seite, dann versuchte er es ein erneutes Mal, ich wachte auf, sah ihn und mich überfiel ein Gefühl des Ekels. Er drückte mich tief in meine Matratze, hielt meine Hände fest und legte sich auf mich. Ich versuchte mich zu wehren, es gelang mir nicht, ich versuchte zu beissen, ich schrie, niemand hörte mich, niemand half mir. Er drang in mich ein und dachte wohl dass ich Spaß hätte, dieser Kerl war das letzte. Ich schlief ein. Was geschehen war wurde mir erst Monate später bewusst. Nach der Nacht suchte ich mir eine WG, ich zog bei Christian und Moritz ein, zwei junge Studenten. Ich besuchte weiter die Abendschule, immer mit einer Angst diesem Kerl wieder zu begegnen, er arbeitete an der Schule, er wohnte in der Nähe und er stalkte mich. Meinen Job bei einem Kinderarzt verlor ich, ich war kurzum fertig, nicht mehr arbeitsfähig, nicht mehr in der Lage allein das Haus zu verlassen, nur das warum das wusste ich nicht, Franzi war da , mein Halt meine Hoffnung, mein Zwilling. Sie zog mit mir zusammen. Eines Tages war ich wieder auf der Line und ich verabredete mich zu einem One Night Stand. Wir trafen uns, vögelten mit wenig Leidenschaft und ich heulte, ich heulte wie ein Mädchen dessen liebster Teddy entrissen wurde. Ich wusste was geschehen war. Ich wurde vergewaltigt, vor sieben Monaten. Ich ging zur Polizei, doch diese half mir nicht. Zu lange her, keine Beweise, es wäre nur noch der Verdacht der Vergewaltigung. Und Stalking wurde damals noch nicht bestraft. Ich erstattete Anzeige. Mit Franzi fuhr ich in unser Elternhaus, Mama wusste Rat, was soll ich machen?! Ihre Aussage "Zieh die Anzeige zurück, er hat die viel Geld gegeben!" Stimmt, hat er , er hat meinen Führerschein bezahlt, er hat die Wohnung gemietet, er war mit mir in der Oper, er hat mich neu eingekleidet, er hat mich vergewaltigt! Ich zog die Anzeige zurück. Und irgendwann hörte er auf mich ständig zu verfolgen. Die Kripo hat ihn besucht. Ich war wieder frei. Was mache ich nur mit meinem verkorksten Leben ? Abendschule ist tabu, Job ist weg, und ich habe in den vergangenen Monaten einen Haufen Schulden gemacht. Ich beschloss zu flüchten, ich suchte mir in einer Orthopädischen Klinik eine Job. In München, vom Norden in den Süden, kann ja nur gut sein, zudem wollte ich immer mal in München wohnen. Wow, sogar eine WG hab ich in Schwabing gefunden. Danke an meine Stimme, denn ich hatte mit dem smarten Franzosen telefoniert nachdem ich seine Anzeige gelesen hatte, schwups hatte ich ein Bett. Dass ich pummelig war schien egal. Mit meinem sieben Sachen zog ich los, eine IKEA Tasche, eine Reisetasche und ein Rucksack, das war mein Umzug. Wie schäbig, auch mein Leben dort verlief nicht gerade reibungslos. Am Wochenende verbrachte ich die meiste Zeit in Kneipen, lernte komische Männer kennen, lies mich treiben und vögelte. Doch eines Tages holte mich alles wieder ein, ich ging zu meinem Chef und bat um die Kündigung, ich musste aufarbeiten, musste dort weg, mir war klar, dass ich in Norddeutschland zu Hause war. Fern ab der Heimat wurde mir klar, dass ich nicht immer weglaufen konnte, das das Bewusstsein seiner Wurzeln Wellen schlägt. Ohne Wurzeln keine Flügel. Doch wollte ich nie wieder nach Hause, mein eigenes hatte ich bisher nicht gefunden. Passender Weise hatte mein Bruder gerade einen schweren Unfall und ich fuhr mit Sack und Pack nach Norddeutschland, lebte ein paar Monate in meinem Elternhaus und baute mir eine stabile Basis für mein Selbstbewusstsein. Nun ging das Leben los. Ich zog nach Hamburg, suchte mir eine Therapeutin und versuchte mich zu finden. Franzi wohnte in München, wir zogen immer einander hinterher. Sie war glücklich in München und schwanger. Wieder nutzte ich die Line um Kontakte herzustellen. Wie immer trank ich zu viel, rauchte unzählige Zigaretten und vögelte ohne über Konsequenzen nach zudenken. Mein Leben war toll! Ich zog nach einigen zweifelhaften Unterkünften in eine wunderschöne Wohnung mit Blick über die Stadt. Klein aber mein! Ein Himmelbett, ein altes Buffet, ein kleines TV und jede Menge Bücher mehr brauchte ich nicht. Mittlerweile hatte ich wieder einen Job in einer Arztpraxis, ein Abo in einem Fitnessstudio und ein Fahrrad. Die besten Vorraussetzungen um meiner Therapeutin nach drei Sitzungen zu sagen, dass ich mich super fühle, ihr herzlich für die richtigen Fragen dankte und meinen Weg allein ging. Ich versuchte das geschehene mit und durch Sex zu kompensieren, baute mir Selbstwertgefühl durch die Fickfreundschaften auf und ging weiter naiv durch mein Leben. Franzi hatte mittlerweile ihr Baby, einen Jungen, cool, ein Baby, fände ich auch irgendwann ganz toll, aber ein potenzieller Ehemann war nicht Sicht und nun wollte ich auch erst mal wieder mein Leben leben und genießen, also beschloss ich auf der Line meinen Körper gegen Taschengeld anzubieten. Ich vögelte mich schlank, es funktioniert wirklich! Und Spaß machte es auch. Ich entdeckte mich ganz neu. Traf wundervolle Männer, die mich schätzten, auf Händen trugen und mir heimliche Wünsche erfüllte. Mit Thomas, ein wunderbarer Mann, der eher der perfekte Papa war, als ein Junggeselle auf der Suche nach Frauen für den Swingerclub. Eines Abends rief er mich an, fragte ob ich was hübsches für drunter hätte und sagte, dass ich mir Mut antrinken sollte, gesagt getan, ich vertraute ihm nach unseren stundenlangen Telefonaten, nach unseren vorherigen Treffen ohne Erotik. Ich legte mich in meine Badewanne, legte meine Schachtel Zigaretten auf den Rand und nahm mir die kalte Flasche Martini. Thomas brauchte eine gute Stunde um hier zu sein. Es war wunderbar, die Badewanne so kuschelig, frisch rasierte Beine auch die Bikinizone wurde durchaus gepflegt, gerade kam ein Trend aus, bitte ohne Haare in der Bikinizone. Da war nicht meins, ein kleiner Streifen, das war schick. Gesagt getan, dann noch ein seidenes Unterhemd, den passenden Slip und ich war fertig mit den gestellten Anforderungen. Rein in T-Shirt, Jeans und Pumps schon klingelte es. Da stand er, 12 Jahre älter, studiert und ein charmantes Lächeln. Wir fuhren mit einem Taxi zu einem eher schäbigen Gebäude.

3.12.13 22:43

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